Wertanlage in Bodenschätzen
Bodenschätze sind, wenn man von Diamanten absieht, immer nur indirekt als Wertanlage geeignet. Denn wer kann sich schon Eisenerz, Kohle oder Uran in den Keller legen, um auf Preissteigerungen zu warten? Allenfalls noch Gold, Silber oder andere Edelmetalle mögen geeignet sein, aber immer erst in einem bearbeiteten Zustand.
Indirekte Wertanlagen
Da muss man schon zu indirekten Anlagen greifen. Man kann Rohstoffe an der Börse kaufen und verkaufen; dazu ist aber erhebliches Kapital erforderlich, und man kann immer nur an Kursgewinnen verdienen, die sich aber auch als Kursverluste entpuppen können. Eine Rendite ist so keineswegs sicher, weshalb man auch kaum von einer Wertanlage in Bodenschätzen sprechen kann. Noch kritischer wird es, wenn man zu Derivaten greift und auf die Wirkung von Hebeln setzt. Da kann man zwar mit einem kleinen Kapital große Mengen bewegen. Aber bei einem Kursrückgang muss man schnell nachschießen, wenn das eingesetzte Kapital aufgezehrt ist. Ob sich das lohnt? Auch da gewinnt in der Regel nur die Bank oder der Broker, der solche Instrumente bereitstellt und sich dies, ohne ein eigenes Risiko einzugehen, bezahlen lässt.
Wertanlage in Aktien
Um von den langfristig sicherlich zu erwartenden Preissteigerungen der Bodenschätze zu profitieren, bleiben neben Diamanten nur die Aktien von Bergbau- oder Explorationsfirmen, die die Bodenschätze ausbeuten. Das kann sogar den Vorteil einer laufenden Rendite durch Dividendenzahlungen haben, neben den Kursgewinnen, die aufgrund des steigenden Wertes der Bodenschätze zu erwarten sind.
Vor einer Wertanlage in sogenannten Penny Stocks sei aber gewarnt. Das sind Aktien mit sehr geringem Börsenkurs. Sie werden oft als Geheimtipp von Börsenbriefen empfohlen, bringen aber nur sehr selten die versprochene Traumrendite. Dagegen ist ein Totalverlust sehr viel wahrscheinlicher. Einmal sind solche Aktien meist nicht beliebig handelbar, zum anderen gibt es keine Kurspflege, und wenn kein Interesse an den Aktien besteht, ist außer den Kaufspesen und den laufenden Depotkosten für solche Werte nichts gewesen – jedenfalls das krasse Gegenteil einer guten Wertanlage.
Dazu muss man wissen, dass in anderen Ländern und an anderen Börsen andere Sitten herrschen. So kann es sehr wohl sein, dass man eine Aktiengesellschaft gründen kann, ohne das Stammkapital einzuzahlen. Dann ist noch nicht einmal dieses als Wertanlage vorhanden. Wer sich für solche Bergbauaktien als Wertanlage interessiert, muss daher sehr, sehr sorgfältig recherchieren, ob das Unternehmen tatsächlich über Substanz und Potential verfügt. Da ist es, wie es sich für eine Wertanlage gehört, viel sicherer, in bereits etablierte Bergbaukonzerne zu investieren, die bereits Bodenschätze abbauen.